Neumann, Simone
DES TEUFELS SANDUHR (2009 bei Goldmann TB)
Historischer Roman
Nirgendwo gedeiht das Böse besser als auf dem Boden allgegenwärtiger Grausamkeit. Und einen solchen Nährboden bot vor einigen hundert Jahren ein Krieg, der ein ganzes Menschenalter andauern sollte. Dreißig Jahre lang regierte in Deutschland der Schrecken. An den Weggabelungen fanden Krähen eine willkommene Mahlzeit in erhängten Deserteuren, zahllose Dörfer lagen in Schutt und Asche, kaum eine Stadt entging Raub und Plünderung. Täglich wurden Männer gefoltert, Frauen geschändet, Kinder ermordet. Und so war der Tod ein ständiger Begleiter, den zu fürchten man schnell verlernte.
Anna Pippel, eine junge Bauersfrau, verliert in den Wirres des Krieges Mann, Schwester und ihre gesamte Habe. Völlig verarmt sieht sie keinen anderen Ausweg, als das zerstörte Dorf zu verlassen und sich dem Tross im Gefolge des Wallensteinschen Heeres anzuschließen. Dort findet die schüchterne Frau in der resoluten Marketenderin Liese und dem kauzigen Märchenerzähler Hans eine neue Familie. Doch das Leben in einem Kriegstross ist rau. Und es geschehen ausgerechnet in Annas nächster Umgebung immer wieder Frauenmorde, die nicht auf das Konto betrunkener Soldaten oder wilder Marodeure gehen. Hier ist ein Mörder am Werk, der im Schatten des Kriegs seine eigenen Schreckenstaten verübt.
Doch wer ist dieser Mörder? Warum mordet er immer auf die gleiche Art und Weise? Was hat es mit den Sanduhren auf sich, die den Frauen Tage vor ihrem Tod zugesteckt wurden?
Simone Neumann, 1977 in Westfalen geboren, studierte in Köln Geschichte und Slavistik. Sie arbeitete als Lektorin in verschiedenen Buchverlagen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern in München.
|
|
|